Donnerstag, 18.11.2021

Chefarzt Dr. Jascha Wiechelt: Wechselwirkungen von Medikamenten und Lebensmitteln
 

Viel hilft viel, denkt so mancher während der kalten Jahreszeit. Und kompensiert mangelnde Sonnenstunden und Bewegung mit Vitamin-Tabletten oder einer Extraportion Obst und Gemüse. Klingt gesund – kann sich aber ins Gegenteil verkehren, falls gleichzeitig Medikamente eingenommen werden. Denn die Ernährung kann die Wirkung von Arzneimitteln stark verändern. Die Folgen können erheblich sein, durch übermäßige Zufuhr von synthetischem Vitamin C kommt es z.B. häufiger zu Nierensteinen. In der Altersmedizin wissen wir schon lange: Nehmen betagte Patientinnen und Patienten zu viele Medikamente gleichzeitig ein, steigt durch diese Polymedikation (auch Polypharmazie genannt) die Wahrscheinlichkeit von unerwünschten Wechsel- und Nebenwirkungen.

Aber auch als gesund geltende Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkung von Arzneimitteln verändern – und das ganz unabhängig vom Alter der Person. „Es gibt nicht ohne Grund immer den Hinweis in Beipackzetteln, ob ein Medikament vor, beim oder nach dem Essen eingenommen werden soll. Das muss beachtet werden, sonst kommt vom Wirkstoff im Blut entweder zu wenig oder zu viel an.“ Auch natürliche, unveränderte Lebensmittel können Probleme bereiten, denn auch Pflanzliches wie z. B. Johanniskraut und Grapefruit können richtig giftig sein. Johanniskraut gilt als Hausmittel mit stimmungsaufhellendem und angstlösendem Effekt. Je nach Menge verursacht es aber drastische Wechselwirkungen. Und bei der Grapefruit kann der Stoff, der die Frucht bitter macht, für massive Interaktionen bei der Aufnahme von Arzneimitteln sorgen.


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