Mit steigendem Lebensalter nimmt auch die Häufigkeit neurologischer Erkrankungen zu. Schlaganfälle, Bewegungsstörungen wie die Parkinson-Erkrankung, epileptische Anfälle, Erkrankungen von Nerven und Muskeln sowie Gangstörungen und Schwindel führen zu einem erhöhten Sturzrisiko und einer Einschränkung von Mobilität und Selbstständigkeit.

Die interdisziplinäre Abklärung und Behandlung von Krankheiten des Gehirns, des Rückenmarks, der Nerven und der Muskulatur gehört daher zu einem der Schwerpunkte unserer Klinik.

Bei Patientinnen und Patienten nach akutem Schlaganfall oder Hirnblutung erfolgt neben einer intensiven physio-, ergo- und logopädischen Therapie eine weitere Ursachenabklärung und Etablierung einer altersgerechten medikamentösen Sekundärprophylaxe. Duplexsonografische Untersuchung der hirnversorgenden Gefäße zur Detektion von Gefäßengstellen, Langzeit-EKG und Echokardiografie zur Diagnose kardialer Emboliequellen sowie Langzeit-Monitoring des Blutdrucks stehen in unserer Klinik zur Verfügung.

Diagnostik und Behandlung von Gang- und Bewegungsstörungen, vor allem des Parkinsonsyndroms, gehören ebenso zu unserem Behandlungsspektrum. Aufgrund der engen Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team ist eine Optimierung der Parkinsontherapie während des Aufenthaltes möglich.

Dank im Haus verfügbarer, moderner technischer Möglichkeiten wie Hirnstrom- (EEG), Nerven- (ENG) und Muskelmessungen (EMG) können auch im Alter häufige Erkrankungen wie Polyneuropathien, Muskelerkrankungen, Tremor (Zittern), epileptische Anfälle und Bewusstseinsstörungen gründlich abgeklärt und therapiert werden.

Schwindelsymptome gehören zu den häufigsten Beschwerden unserer Patienten. Vor allem, wenn die Gangsicherheit beeinträchtigt wird und das Risiko zu stürzen steigt, kann sich dies negativ auf Mobilität und Selbständigkeit im Alltag und somit auch auf die Lebensqualität auswirken. Schwindel können multiple Ursachen wie Erkrankungen des Gehirns, des Innenohrs, beeinträchtigte Wahrnehmung der Nerven, Kreislaufstörungen oder Medikamentennebenwirkungen zu Grunde liegen, sodass eine intensive interdisziplinäre Abklärung neben ergo- und physiotherapeutischer Behandlung erforderlich ist.

Die Beurteilung von Hirnabbauprozesse und akuten Verwirrtheitszuständen (Delir) im Alter sowie Einleitung einer angemessenen Therapie gehört ebenfalls zu unserem diagnostischen Spektrum. Gerade akute Verwirrtheitszustände erfordern neben vertrauensbildenden und umgebungsstabilisierenden Maßnahmen eine ausführliche Differentialdiagnostik zur Detektion und Behandlung potentiell reversibler Ursachen. Sofern erforderlich werden bildgebende Verfahren (CT oder MRT) extern veranlasst. Unter bestimmten Umständen ist eine Untersuchung des Nervenwassers zur weiteren Abklärung neurodegenerativer oder entzündlicher Erkrankungen des Nervensystems indiziert und kann problemlos in unserem Hause durchgeführt werden. Auch ein Ablassversuch von Nervenwasser bei Verdacht auf Gangstörung und kognitive Einbußen aufgrund eines sogenannten Normaldruckhydrozephalus (Vorhandensein von zu viel Hirnwasser) kann während des Aufenthaltes erfolgen.

Diagnostische Möglichkeiten

  • Elektroenzephalographie
  • Elektroneurographie
  • Elektromyographie
  • Tremoranalyse
  • Duplexsonographie der hirnversorgenden Gefäße
  • Liquordiagnostik